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Städtebaulicher Rahmenplan

2. Bürgerforum - Onlinebeteiligung zum Rahmenplanentwurf

Leitbild, Handlungsfelder und Ziele

Der städtebauliche Rahmenplan vereint Analyse und Beteiligung mit konkreten Maßnahmenvorschlägen – und nicht zuletzt mit einer Vision für die Entwicklung Neuenhäusens. So werden unter dem Leitbild „Neuenhäusen 2030+ Zukunft gestalten“ die besonderen Qualitäten vor Ort in Wert gesetzt, attraktive Freiräume geschaffen und lebendige, urbane Räume ermöglicht.

Aufbauend auf diesem Leitbild definiert der Rahmenplan Leitziele, Handlungsfelder und Entwicklungsmaßnahmen, die zur Beseitigung städtebaulicher Missstände, vor allem aber zur Weiterentwicklung Neuenhäusens beitragen werden. Die aus dem Leitbild abgeleiteten Leitziele und Maßnahmen sind dabei als Eckpfeiler der Entwicklung zu verstehen, die stetig auf ihre Aktualität geprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen. Die übergeordneten Ziele und Grundsätze für eine zukunftsweisende Entwicklung Neuenhäusens bauen auf den in den vorbereitenden Untersuchungen und dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept formulierten Leitlinien auf und konkretisieren sie.

Konzepte für das Sanierungsgebiet Neuenhäusen

Der Rahmenplan gibt Antworten auf aktuelle Herausforderungen wie etwa die umweltverträgliche Gestaltung der Mobilität oder des Städtebaus in Zeiten von Klimawandel und -anpassung. Er verfolgt dabei das integrierte Prinzip der „dreifachen Innenentwicklung“, um die möglichen negativen Folgen der baulichen Verdichtung zu minimieren:

  • In einem kompakten Stadtteil der kurzen Wege folgt die baulich-funktionale Entwicklung dem Ziel einer intensiven Nutzungsmischung (räumliches Konzept und Nutzungskonzept),
  • Basis der Freiraumentwicklung ist die Ergänzung und Qualifizierung des Grüns (Freiraumkonzept),
  • bei der Entwicklung der Mobilität haben klimaschonende Mobilitätsformen wie Fuß- und Radverkehr Vorrang (Mobilitätskonzept).

Im Mittelpunkt der nachhaltigen Entwicklung stehen somit der Erhalt und der Ausbau der Nutzungsvielfalt, die sinnhafte Ergänzung des Stadtbildes, die Vernetzung kurzer und guter Wegeverknüpfungen sowie die Erhöhung der Quantität und Qualität des Freiraums.

Räumliches Konzept

Die räumliche Gliederung des Sanierungsgebiets basiert auf den historisch gewachsenen Strukturen. Die Qualität Neuenhäusens ist die eines urbanen Stadtteils mit dem Potenzial für attraktive öffentliche Räumen. Wohnen, Erholung und Freizeit, Kunst und Kultur sowie Arbeiten, Mobilität und Versorgung können verbessert und eng miteinander verbunden werden.

Der ablesbare Stadtgrundriss dient als Orientierung und ist Vorgabe für die Entwicklung. Um- oder Neubauten fügen sich harmonisch in das Stadtbild ein, Lücken im Stadtgrundriss werden geschlossen. Private Baumaßnahmen zur Sicherung, zum Erhalt und zur Sanierung erhaltenswerter Wohn- und Geschäftsgebäude werden gefördert und unterstützt. Die Entwicklung der drei Vertiefungsbereiche hat hohe Priorität.

Um die Bedeutung, Sichtbarkeit und Anbindung des Stadtteils zu stärken und die einzelnen Quartiere besser miteinander zu verbinden, sollen die Stadteingänge und -übergänge attraktiv gestaltet werden. Die räumliche Fassung der Itag-, Krone-, Bahnhof-, Fuhse-, Jäger- und Breite Straße vermitteln Orientierung und stärken den urbanen Charakter Neuenhäusens. Entlang dieser Straßen ist eine überwiegend geschlossene Bebauung und/oder Bepflanzung zu schaffen. Dies führt zu einem besonderen Wiedererkennungswert und wird die Identifikation mit dem Stadtteil stärken.


Nutzungskonzept

Das  Nahversorgungsangebot wird erhalten und erweitert. Die räumliche Nähe und Mischung der verschiedenen Nutzungen und Funktionen sind dabei ein wichtiges Mittel, um einen lebendigen Stadtteil zu ermöglichen und die Funktionsvielfalt und damit die Versorgungssicherheit zu bewahren. Die Bereiche entlang der Bahnhofs- und Breite Straße sowie um den Combi-Markt haben aufgrund ihres bereits vorhandenen Nutzungsmix dabei eine besondere Bedeutung. Die angemessene Ausweitung neuer Angebote wird den bestehenden Besatz sinnvoll ergänzen und weiterhin die gewünschte Mischung ermöglichen.

Das Wohnen für alle Nachfragegruppen behält in Neuenhäusen seinen hohen Stellenwert und wird um neue Angebote für bisher unterrepräsentierte Gruppen ergänzt. Wohnungs- und Wohnumfeldqualitäten werden verbessert und den neuen Anforderungen angepasst. Ziel ist es, neue Haushaltsformen, individualisierte Lebensstile und differenzierte Wohnvorstellungen sowie attraktive und flexible Wohnangebote zu ermöglichen. Die Anpassung des Wohnungsbestandes an die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft sowie die Herausforderungen eines klimagerechten Quartiers sind dabei wichtige Bestandteile.


Freiraumkonzept

Der Ausbau und die Gestaltung der öffentlichen Räume haben eine besondere Bedeutung für die Entwicklung von Neuenhäusen. Aus diesem Grund sollen die Qualität und Zugänglichkeit vorhandener Grün- und Freiflächen verbessert und durch neue Angebote ergänzt werden. Ziel ist es, die Attraktivität und Nutzbarkeit der Freiräume zu stärken und weiterzuentwickeln. Durch deren Aufwertung kann nicht nur die Aufenthaltsqualität gesteigert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Kilmaschutz und zur Klimaanpassung geleistet werden.

Der Flusslauf der Fuhse stellt dabei als freiräumliches Rückgrat einen herausragenden Baustein dar. Die kompakten, aber heute durch die Fuhse oftmals separierten Siedlungsbereiche werden besser miteinander vernetzt. Der Flussraum wird so gestaltet, dass er als Spiel- und Aufenthaltsfläche sowie Verbindungselement zwischen den einzelnen Siedlungsteilen dient.

Öffentliche Räume weisen ein generationsübergreifendes Angebot auf und berücksichtigen die Bedürfnisse der Nutzer. Durch die Schaffung attraktiver Treffpunkte kann zudem ein wichtiger Beitrag zur Kommunikation innerhalb der Bewohnerschaft geleistet und der soziale Zusammenhalt im Stadtteil gefördert werden. Die Gestaltung weiterer, bestehender Freiräume (Neuenhäuser Friedhof und Alleen) sowie neu zu entwickelnde Freiräume (in den Vertiefungsbereichen) ergänzen zum einen das attraktive und vielfältige Stadtbild und bieten zum anderen große Potentiale als Aufenthaltsfläche und die Möglichkeit für die Unterbringung von klimaregulierenden Funktionen.


Mobilitätskonzept

Eine attraktive, dem Stadtteil angepasste Gestaltung der Straßenräume sowie die Förderung des Umweltverbundes tragen zu einer sicheren und ortsverträglichen Mobilität bei. Durch die Hierarchisierung des Straßennetzes soll Konflikten vorgebeugt und eine verbesserte Verkehrsabwicklung erreicht werden. Nachhaltigen Mobilitätsformen ist hierbei Vorrang einzuräumen.

Ziel ist es daher, den Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr durch eine stadtbildgerechte Gestaltung der Verkehrsräume zu stärken und eine auf die Nutzerinnen und Nutzer angepasste und nachhaltige Mobilität zu ermöglichen. Bei der Neugestaltung von Straßen und Wegen ist auf eine gerechte Flächen- und Funktionsaufteilung des verfügbaren öffentlichen Raums zu achten. Insbesondere die Gestaltung der Hauptachsen Fuhsestraße, Kronestraße und Breite Straße nehmen aufgrund ihrer Auslastung und ihrem Einfluss auf das Stadtbild eine übergeordnete Rolle ein. So müssen sichere und attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr geschaffen werden. Hierfür müssen einzelne Wegeverbindungen ausgebaut oder ergänzt werden.

Der Autoverkehr bleibt weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil der Mobilität, er wird aber auf ein verträgliches Maß begrenzt und seine negativen Auswirkungen auf das Stadtbild und die Lebensqualität werden reduziert. Hierbei soll es jedoch nicht um die Verdrängung des Autos gehen, sondern um die Schaffung einer zeitgemäßen Aufteilung zugunsten eines zukunftsfähigen Mobilitätsmixes. Die attraktive Gestaltung der Straßenräume unterstützt dabei die angepasste, ortsverträgliche Mobilität.

Maßnahmen im Sanierungsgebiet

Die Umsetzung der städtebaulichen Sanierung in Neuenhäusen erfordert umfangreiche Maßnahmen sowie deren Steuerung. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Wachstum und die Erneuerung in Neuenhäusen zu einem lebenswerten Quartier zu befördern. Ihre Umsetzung ist somit richtungsweisend und für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung von Neuenhäusen unerlässlich.

Die Maßnahmen leiten sich aus den thematischen Konzepten ab. Sie bedingen sich gegenseitig und hängen aufgrund ihrer räumlichen Nähe in Teilen eng zusammen. Mit Hilfe der Entwicklungsmaßnahmen wird die Stadt Celle in die Lage versetzt, sich auf Strukturveränderungen und auf die damit verbundenen städtebaulichen Auswirkungen im Sanierungsgebiet einzustellen und damit die vorherrschenden Missstände anhaltend zu beseitigen.


Nr.

Projekt
(Schlüsselmaßnahmen sind mit einem * markiert und grau hinterlegt)  

Realisierungszeitraum

Priorität

1 Vorbereitung der Sanierung

1.1

Bürgerbeteiligung/Öffentlichkeitsarbeit*

kurzfristig, jährlich/fortlaufend

Priorität I (hoch)

1.2

Gutachten, städtebauliche Planung etc.



1.2.1

Städtebaulicher Rahmenplan

laufend

Priorität II (mittel)

1.2.2

Baugrunduntersuchungen

kurzfristig

Priorität II (mittel)

1.2.3

Vermessung öffentlicher Flächen

kurzfristig

Priorität I (hoch)

1.2.4

Bebauungspläne im Sanierungsgebiet

kurz- bis mittelfristig

Priorität I (hoch)

1.2.5

Klimaschutz- und Energiekonzept Neuenhäusen*

kurzfristig

Priorität I (hoch)

1.2.6

Qualifizierungsverfahren Stadtwerkegelände*

kurzfristig

Priorität I (hoch)

1.2.7

Qualifizierungsverfahren Stadtsilhouette

kurz- bis mittelfristig

Priorität I (hoch)

1.2.8

Qualifizierungsverfahren Fuhse*

kurzfristig

Priorität I (hoch)

1.2.9

Machbarkeitsstudie Areal ITAG Tiefbohr GmbH

mittelfristig

Priorität II (mittel)

1.2.10

Gestaltungshandbuch*

kurzfristig

Priorität I (hoch)

1.2.11

Bodenwertermittlung

kurz- bis mittelfristig

Priorität II (mittel)

1.2.12

Fortschreibung städtebaulicher Rahmenplan

langfristig

Priorität II (mittel)

1.2.13

Fortschreibung Mobilitätskonzept

langfristig

Priorität III (niedrig)

1.2.14

Modernisierungsvoruntersuchungen

mittelfristig

Priorität II (mittel)

1.3.

Verfügungsfonds*

kurzfristig, jährlich/fortlaufend

Priorität I (hoch)

1.4.

Themenbezogene Managements und sonstige Beauftragte*

kurzfristig, jährlich/fortlaufend

Priorität I (hoch)

2

Ordnungsmaßnahmen



2.1

Grunderwerb

kurz- bis mittelfristig

Priorität I (hoch)

2.2

Umzug von Bewohnern und Betrieben



2.2.1

Einwohnerumzug

langfristig

Priorität II (mittel)

2.2.2

Betriebsverlagerungen

langfristig

Priorität II (mittel)

2.2.3

Entschädigungen

langfristig

Priorität II (mittel)

2.3

Bodenordnung (Umlegung oder Grenzlegung)

kurz- bis mittelfristig

Priorität I (hoch)

2.4

Freilegung von Grundstücken

kurz- bis mittelfristig

Priorität I (hoch)

2.5

Erschließungsanlagen (Umgestaltung von Straßen, Wegen, Plätzen)



2.5.1

Umbau Breite Straße*

kurzfristig

Priorität I (hoch)

2.5.2

Umbau Schackstraße mit Pastor-Vogt-Gasse und Zugang zum Friedhof Neuenhäusen

kurzfristig

Priorität II (mittel)

2.5.3

Umbau Fuhsestraße*

kurzfristig

Priorität I (hoch)

2.5.4

Aufwertung westliche Kirchstraße (westlich der Fuhsestraße) mit Altenhäusen, Uferstraße und Behrensgasse

kurzfristig

Priorität II (mittel)

2.5.5

Aufwertung Kronestr. zw. Windmühlenstr. und Alte Grenze*

kurzfristig

Priorität I (hoch)

2.5.6

Aufwertung Itagstraße

kurzfristig

Priorität II (mittel)

2.5.7

Aufwertung Alte Grenze

langfristig

Priorität II (mittel)

2.5.8

Aufwertung Jägerstraße

langfristig

Priorität III (niedrig)

2.5.9

Ergänzende Nutzung des P+R-Parkhauses Trüllerstr.

langfristig

Priorität II (mittel)

2.5.10

Radwege Neuenhäuser Straße

langfristig

Priorität III (niedrig)

2.5.11

Stärkung der Wiesenstraße als Fahrradstraße

mittelfristig

Priorität II (mittel)

2.5.12

Querungshilfen/verkehrsberuhigende Maßnahmen

langfristig

Priorität III (niedrig)

2.5.13

Quartiersdurchwegungen

kurz- bis langfristig

Priorität I (hoch)

2.5.14

Neuordnung Grünzug Fuhse mit Fuhserandweg*

mittelfristig

Priorität I (hoch)

2.5.15

Fuß-/Fahrradbrücke zw. Stadtwerkegelände und Vertiefungsbereich Umfeld Kreisverkehr Wiesenstraße

langfristig

Priorität III (niedrig)

2.5.16

Zugang von der Jägerstraße zur Fuhse

langfristig

Priorität II (mittel)

2.5.17

Anlage von Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen*

kurz- bis langfristig

Priorität I (hoch)

2.5.18

Verbesserung der Barrierefreiheit* 

kurz- bis langfristig

Priorität I (hoch)

2.5.19

Gestaltung Unterführung P+R-Parkhaus Trüllerstraße

langfristig

Priorität III (niedrig)

2.6.

sonstige Ordnungsmaßnahmen



2.6.1

Härteausgleich, Bewirtschaftungsverluste für Grundstücke des Treuhandvermögens, Änderung und Folgemaßnahmen im Bereich der öffentlichen Ver- und Entsorgung



3

Baumaßnahmen



3.1

Modernisierungs-/Instandsetzungsmaßnahmen



3.1.1

Sicherung, Erhalt und nachhaltige Sanierung erhaltenswerter Wohn- und Geschäftsgebäude (inkl. Barrierefreiheit und Klimaschutz-/anpassung)* 

kurzfristig, jährlich/fortlaufend

Priorität I (hoch)

3.1.2

Revitalisierung des "Güterbahnhof-Areals"

mittelfristig

Priorität III (niedrig)

3.2

Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen



3.2.1

Bau einer Kita*


Priorität I (hoch)

3.2.2

Neuenhäuser KulturBürgerHaus*

mittelfristig

Priorität I (hoch)

3.2.3

Gebäudesanierung Celler Tafel

langfristig

Priorität III (niedrig)

3.3

Wieder- bzw. Zwischennutzung bestehender Gewerbe-/Lagerhallen und -räumen

mittel- bis langfristig

Priorität II (mittel)

3.4

sonstige Baumaßnahmen



3.4.1

Bauliche Entwicklung Stadtwerkegelände (Vertiefungsbereich 1)

mittelfristig

Priorität I (hoch)

3.4.2

Bauliche Entwicklung Umfeld Kreisverkehr Wiesenstraße (Vertiefungsbereich 2)

mittelfristig

Priorität I (hoch)

3.4.3

Bauliche Entwicklung Bereich zwischen Jägerstraße und Kirchstraße (Vertiefungsbereich 3)

mittelfristig

Priorität II (mittel)

3.4.4

Stadträumliche Gestaltung des Stadteingangs Windmühlenstraße/Neunhäuser Straße

langfristig

Priorität II (mittel)

3.4.5

Ergänzung des Versorgungsangebotes am Combi-Markt 

mittelfristig

Priorität I (hoch)

3.4.6

Bau einer Quartiersgarage (außerhalb Sanierungsgebiet)

langfristig

Priorität II (mittel)

4

sonstige Maßnahmen



4.1

Kosten der Abwicklung: Vertriebsnebenkosten, Gutachten, Dokumentationen etc.

kurz- bis langfristig

Priorität II (mittel)

Städtebauliche Entwicklungen der Vertiefungsbereiche

Die gezeigten städtebaulichen Pläne und Darstellungen sind zunächst als Entwicklungsmöglichkeiten zu verstehen. Diese zeigen städtebauliche Ideen, die die unterschiedlichen Handlungsziele baulich ausformulieren. Die Konzepte wurden in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung in Workshops erarbeitet und weiterentwickelt. Die gezeigten Entwicklungsmöglichkeiten gehen dabei einerseits auf die Restriktionen ein, nutzen andererseits aber auch die vorhandenen Potenziale und setzen wichtige bauliche Impulse für das Sanierungsgebiet.

Vertiefungsbereich 1 | »Gemischt, grün, erreichbar«: Das Stadtwerkegelände

Die bauliche Weiterentwicklung des Stadtwerkegeländes stellt für das Sanierungsgebiet aufgrund der Flächengröße und der städtebaulichen Missstände einen entscheidenden Entwicklungsimpuls dar. Der Bereich ist jedoch auch durch die vorherige Nutzung stark beeinträchtigt, durch die nahegelegene Bahntrasse verschallt und durch mittelfristig zu erhaltene Kabeltrassen in der Erde eingeschränkt bebaubar. Der vorliegende städtebauliche Entwurf ist dabei eine konsequente Entwicklung der Flächenpotenziale unter Berücksichtigung der genannten Restriktionen. Um dem urbanen Charakter des Quartiers gerecht zu werden, wird eine mittlere städtebauliche Dichte vorgeschlagen.

Geplant ist eine mischgenutzte Nachbarschaft, welche den gewachsenen Charakter des umgebenden Stadtraums weiterführt. Dies zeigt sich durch die Gliederung in zusammengehörigen Höfen und durch Vor- und Rücksprünge in Fassaden und der Geschossigkeit. Dabei soll die Bebauung jedoch auch neue und zeitgemäße Impulse setzten. Dies wird beispielsweise durch begrünte Flachdächer erreicht. Über die zentrale Promenade wird der Grünbereich an der Fuhse in das Quartier hineingezogen. Dieser mündet nördlich in einem zunächst nicht bebaubaren Freibereich, der als „urbanes Experimentierfeld“ von der Bewohnerschaft und Besuchenden beispielsweise für soziale und kulturelle Projekte genutzt werden kann.

Das Quartier soll stark mischgenutzt sein. Dies ist zeitgemäß für ein Quartier der kurzen Wege. Gewerbliche Nutzungen können beispielsweise Büroräume, Arztpraxen, Flächen für Forschung und Entwicklung oder für Start-Ups sein. Durch die Unterbringung einer Kita wird die soziale Infrastruktur Neuenhäusens erweitert. Die ansässige Bildungseinrichtung soll am Standort verbleiben und befindet sich zukünftig im Südwesten des Gebiets.

Die vorherige Barrierewirkung des Geländes wird durch die zahlreichen Fuß- und Radwegeverbindungen durch das Quartier aufgelöst und ermöglicht die Integration der neuen Bebauung in die Umgebung. Die Haupterschließung erfolgt zunächst über die bisherige Anbindung an der Fuhsestraße. Der ruhende Verkehr zeitgemäß zentral in einer Quartiersgarage beherbergt. Diese soll durch die Unterbringung von Photovoltaik zur lokalen Stromerzeugung beitragen und nach Möglichkeit auch wegfallende Stellplätze aus den angrenzenden Straßenzügen kompensieren.

Langfristige Weiterentwicklung des Stadtwerkegeländes

Das Gebiet ist derzeitig durch die Infrastrukturleitungen und -gebäude Einschränkungen unterworfen. Diese sind jedoch langfristig gesehen gegebenenfalls anpassbar und ermöglichen die Komplementierung des städtebaulichen Plans. Weiterhin kann durch einen potenziellen Neubau des Landesjustizprüfungsamts ein wichtiger baulicher Impuls an der Fuhsestraße gesetzt werden, der mit den weiteren Gebäuden der langfristigen Entwicklung eine klare Adresse für das Quartier ausbildet. Durch die Neubauten könnte zuletzt auch die Erschließung des Quartiers über den Kreisverkehr an der Fuhsestraße erfolgen und der bisherige Anschluss untergeordnet für Fuß- und Radverkehre zur Verfügung stehen.

Vertiefungsbereich 2 | »Miteinander von Wohnen und Arbeiten«: Das Umfeld Kreisverkehr Wiesenstraße

Schon lange ist der Vertiefungsbereich durch eine industrielle und gewerbliche Nutzung geprägt, die sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat. Dies zeigt sich teilweise in Leerständen, undefinierten Bereichen und städtebaulichen Missständen. Der Stadtraum steht dabei stellvertretend für einen ungestalteten Übergang zwischen urbanen Wohnbereichen und gewerblichen Zonen und weist die Strukturen einer „Zwischenstadt“ auf. Dem gegenüber stehen die zentrale Lage, wichtige vorhandene Nutzungen und vereinzelte Wohnbereiche. Der Bereich soll funktional aufgewertet und kann so auch ein Stadttraum für ein zukunftsweisendes Miteinander von Wohnen und Arbeiten werden.

Mit einer neuen Nutzungsidentität soll das Quartier wieder stärker mit den umgebenden Nachbarschaften verknüpft werden. Neben Wegebeziehungen soll vor allem ein neuer Nutzungsschwerpunkt etabliert werden, der die Angebote in Neuenhäusen ergänzt und den Bereich über Neuenhäusen hin-aus bekannt macht. Die Bebauung bestehender ungenutzter Grundstücke und Brachen ist hierbei ein wesentlicher Baustein. Diese sollen dabei wichtige bauliche Impulse setzen, indem sie städtebauliche Kanten schließen und Quartierseingänge betonen. Gerade der Bereich an der Neuenhäuser Straße ist durch die angrenzende Bahntrasse zu stark verschallt und nicht für eine Wohnnutzung geeignet, weshalb hier Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen vorgeschlagen werden.

Der Einzelhandels- und Versorgungstandort an der Neuenhäuser Straße soll gestärkt und zu einem Nahversorgungszentrum erweitert werden. Die Nachfrage für Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil wird durch die städtebaulichen Entwicklungen im direkten Umfeld, insbesondere auf dem Stadtwerkegelände sowie im Bereich zwischen Jägerstraße und Kirchstraße (Vertiefungsbereiche 1 und 3), zunehmen. Ergänzende gewerbliche Neuansiedelungen erweitern das Nutzungsangebot im Stadtteil.

Das Nebeneinander von Arbeiten und Wohnen ist bereits im Vertiefungsbereich etabliert und soll zukünftig im Block südlich der Wiesenstraße ausgebaut und qualifiziert werden. Bei der Entwicklung muss selbstverständlich auf ein verträgliches Nebeneinander der Nutzungen geachtet werden.

Für eine langfristige Entwicklung außerhalb der Grenzen des Vertiefungsbereichs sollten Gebäude an der Itag- und der Neuenhäuser Straße die städtebaulichen Lücken am südlichen Quartierseingang schließen und die angestoßene Entwicklung vervollständigen. Hierbei handelt es sich um ein Gewerbegebäude an der Kreuzung Itag-/Neuenhäuser Straße sowie ein mit Wohn- und Dienstleistungsnutzungen gemischtes Baufeld an der Itagstraße.

Vertiefungsbereich 3 | »Vielfalt des nachbarschaftlichen Wohnens«: Zwischen Jäger- und Kirchstraße

Aufgrund der absehbaren Aufgabe der Gewerbenutzungen im Blockinnenbereich und dem Neubau der neuapostolischen Kirche entstehen für den Vertiefungsbereich nördlich der Jägerstraße Veränderungspotenziale. Die zukünftige bauliche Weiterentwicklung der Fläche soll sich dabei an den umgebenden Gebäuden und Nutzungen orientieren und langfristig eine Einheit bilden.

Geplant ist eine Nachbarschaft mit unterschiedlichen Wohnformen. Neben Mehrfamilienhäusern finden sich Reiheneinfamilienhäuser im Blockinnenbereich. Dies spiegelt den baulichen Kontext der umgebenden Straßenzüge wider. Der Neubau der neuapostolischen Kirche und ein Neubau an der Jägerstraße, welcher sich am Bestand der straßenbegleitenden Bebauung orientiert, bilden den Auftakt der Entwicklung. Die dahinterliegenden Gebäude sind zwei- bis dreigeschossig geplant und können teilweise über Staffelgeschosse verfügen. Die innere Bebauung setzt dabei bewusst moderne Akzente und leistet mit den begrünten Flachdächern einen Beitrag zum Regenwassermanagement des Quartiers.

Die zentrale Erschließung von der Jägerstraße mündet in einen Nachbarschaftsplatz, der als Aufenthaltsort und Wendemöglichkeit dient. Eine Verbindung nur für Fußgänger und Radfahrer setzt sich in Richtung des Neuenhäuser Friedhofs fort und schafft somit eine attraktive neue Verbindung zwischen Jäger- und Fuhsestraße. Ein Durchgangsverkehr für PKW ist für das Quartier ausdrücklich nicht vorgesehen. Eine absperrbare Durchwegung für Müll- und Rettungsfahrzeuge ist hingegen geplant.

Der optionale Bauabschnitt liegt außerhalb der kurzfristig zur Verfügung stehenden Flurstücke und ist als langfristige Möglichkeit für eine Hinterlandbebauung der angrenzenden Grundstücke zu verstehen.


Die Beteiligung wurde mit Ablauf des 31. Januars 2022 nach zweiwöchiger Möglichkeit zur Stellungnahme geschlossen. Vielen Dank für Ihre Stellungnahmen zum Entwurf des städtebaulichen Rahmenplans. 



Rückblick: 1. Bürgerforum

Mit dem städtebaulichen Rahmenplan für das Sanierungsgebiet „Neuenhäusen“ sollen konkrete bauliche Maßnahmen fort- und festgeschrieben werden, welche die Entwicklung des Stadtteils in den nächsten 15 Jahren maßgeblich positiv beeinflussen. Aus diesem Grund ist die Erstellung des Rahmenplans für das Sanierungsgebiet „Neuenhäusen“ ein umfassender Prozess, an welchem viele unterschiedliche Akteure beteiligt sind.

Das Planungsbüro Pesch und Partner aus Dortmund baut dabei auf umfangreiche Untersuchungen auf, welche in den vergangenen Jahren zusammengetragen sowie erarbeitet wurden und somit den Grundstein für die bauliche Weiterentwicklung des Stadtteils gelegt haben. Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) und die vorbereitenden Untersuchungen (VU) aus dem Jahre 2017 werden mit dem städtebaulichen Rahmenplan fortgeschrieben und konkretisiert. Zunächst haben die externen Planer das Sanierungsgebiet mit den verantwortlichen Akteuren der Stadt Celle mehrmals besucht und konnten sich so ein Bild vom Stadtteil machen. Die Ergebnisse wurden in einer städtebaulichen Analyse zusammengetragen, welche die baulichen, funktionalen und gestalterischen Probleme aber auch die Qualitäten und Potenziale des Sanierungsgebiets aufzeigen.

Um die breite Öffentlichkeit sowie wichtige Akteure vor Ort einzubinden und zu informieren, wurden im September und Oktober 2020 frühzeitig im Planungsprozess zwei Informationsveranstaltungen angeboten. An den Terminen informierten sich insgesamt rund 120 Bürgerinnen und Bürger und brachten ihre Anregungen und Vorschläge mit in den Prozess ein. Weiterhin wurden die Rahmenbedingungen des Sanierungsprozesses und die ersten Ergebnisse der Bestandsanalyse zusammengefasst.

Aus den Ergebnissen der Analyse und den Anregungen der Teilnehmenden wurden Leitbildideen für das Sanierungsbiet entwickelt, welche den übergeordneten Rahmen für die zu entwickelnden Maßnahmen bilden. Die übergeordneten Leitbildideen betreffen die Themen Wohnen, die verschiedenen Nutzungen im Sanierungsgebiet, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Mobilität, die zukunftsfähige Gestaltung von Plätzen, Straßen und Wegen sowie die Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Stadtteil.

Weiterhin wurden verschiedene Experten- und Multiplikatorengespräche geführt, durch welche die Notwendigkeiten und Anforderungen für die Entwicklung des Sanierungsgebiets weiter vertieft werden konnten. Hierzu gab es drei Gespräche mit den Themen „Gestaltung, Mobilität und Infrastruktur“, „Funktionsvielfalt und Versorgungssicherheit“ und „Gemeinschaft und Zusammenhalt“. In den Gesprächen kamen verschiedenste Akteure zu Wort und konnten ihre Ideen und Erfahrung aus Ihrer Arbeit im und mit dem Stadtteil einbringen.

Stärkenanalyse

Die historischen und überwiegend durch geschlossene Blockrandbebauung geprägten Bereiche im nordöstlichen Sanierungsgebiet werden durch teils diffuse und gewerblich geprägte Bereiche im Westen und Süden kontrastiert. Obwohl die im Sanierungsgebiet vorhandenen unter- und ungenutzten Flächen sich negativ auf dessen städtebauliches und funktionales Erscheinungsbild auswirken, bieten sie große Potentiale für Entwicklung Neuenhäusens. Insbesondere die drei Vertiefungsbereiche (Stadtwerkegelände, Umfeld Kreisverkehr Wiesenstraße sowie der Bereich zwischen Jäger- und Kirchstraße) stellen bedeutende Entwicklungspotentiale dar, um weitere Nutzungen und Wohnbauflächen auszuweisen und somit die Vielfalt im Stadtteil auszubauen.

Durch die historische Stadtstruktur ergibt sich ein abwechslungsreiches System aus bebauten und unbebauten Flächen, die den Charakter Neuenhäusens maßgeblich bestimmen. Die Fuhse mit ihren Uferbereichen bildet das freiräumliche Rückgrat. Sie durchzieht das Sanierungsgebiet, bildet Aufenthaltsqualitäten aus, schafft eine Verbindung in die umliegenden Stadt- und Freiräume und erfüllt darüber hinaus positive kleinklimatische Effekte. Mit dem Neuenhäuser Friedhof sowie einigen kleinteiligen Freiräumen bestehen zudem weitere wohnortnahe Freiräume, die das Stadtbild prägen und wichtige Funktionen als Treffpunkt und Veranstaltungsfläche bieten. Darüber hinaus sind die Triftanlagen sowie der Französische Garten fußläufig zu erreichen und bieten ergänzende Erholungs-, Verweil- und Bewegungsangebote.

Unterstütz wird dies dadurch, dass das Sanierungsgebiet ein umfangreiches Nahversorgungsangebot bietet. Der Branchenmix ist dabei sehr vielfältig und bezüglich des angebotenen Sortiments als attraktiv zu bewerten. Speziell im Bereich der Bahnhofstraße, der Breite Straße und im Bereich des Kreisverkehrs an der Wiesenstraße wird dies durch die vielen Anbieter sowie eine Vielzahl an Gewerbe- Dienstleistungs- und Gastronomieangeboten deutlich. Die Grundversorgung an Lebensmitteln wird dabei durch den Combi-Markt an der Trüllerstraße gedeckt.

Darüber hinaus übernimmt das Sanierungsgebiet eine wichtige Funktion als Wohnstandort. Kurze Wege, das abwechslungsreiche Freiraumangebot und die direkte Nähe zu den Versorgungsangeboten in und um Neuenhäusen wirken hierbei positiv auf den Ort ein. Auch die gut ausgebaute soziale Infrastruktur stärkt die Funktionsvielfalt und Versorgungssicherheit. Die Nähe zwischen den verschiedenen Nutzungen und Funktionen ist dabei als bedeutender Standortvorteil zu verstehen und wirkt sich positiv auf die Wohnqualität Neuenhäusens aus.

Schwächenanalyse

Trotz der vielfältigen Stärken zeigen sich einige gestalterische und funktionale Defizite im Sanierungsgebiet Neuenhäusen. Insbesondere bezüglich der Gestaltung des historischen Stadtbildes und der Freiräume besteht Bedarf zur Aufwertung und Weiterentwicklung. So beeinträchtigen aufwertungsbedürftige Straßenräume und Platzflächen mit zusätzlichem Gestaltungspotential das Stadtbild. Auch sanierungs- und modernisierungsbedürftige oder sogar leerstehende Gebäude wirken negativ auf das Stadtbild ein.

Die öffentlichen Grün- und Freiräume lassen nur geringe freiräumliche Qualitäten erkennen. Es fehlen Sitz- und Spielmöglichkeiten sowie ein einheitliches Mobiliar und Beschilderungen, wodurch die Aufenthalts- und Gestaltqualität beeinträchtigt wird. Auch die Erreichbarkeit der Freiräume und Anziehungspunkte sowie deren Vernetzung untereinander wirkt verbesserungswürdig. So ist speziell die Fuhse als innerstädtischer Landschaftsraum nur an wenigen Stellen zugänglich und damit nicht in das Stadtgefüge integriert.

Dieser Eindruck wird durch die oftmals mangelnde Gestaltung der rückwärtig an die Fuhse grenzenden Gebäude entlang des Fuhserandwegs verstärkt, wodurch dieser als Angstraum wahrgenommen wird. Die Vielzahl verschiedener Möblierungselemente und verwendeten Materialien im öffentlichen Raum sowie die teils unpassenden Gestaltungen bewirken in einigen Bereichen ein unharmonisches Gesamtbild und beeinträchtigen damit den Wiedererkennungswert der öffentlichen Räume. Aufgrund des hohen Versieglungsgrades besteht nur ein geringer Anteil an öffentlichen Grünflächen, was sich negativ auf das Kleinklima auswirkt.

Die Wahrnehmung des Sanierungsgebiets wird in besonderem Maße durch die Hauptzufahrten Bahnhofstraße, Breite Straße, Jägerstraße, Fuhsestraße und Neuenhäuser Straße/Trüllerstraße beeinflusst. Sie werden städtebaulich wie verkehrlich als deutliche Zäsur wahrgenommen. Sowohl ihre Barrierewirkung als auch die aufkommenden Verkehrsbelastungen und -emissionen beeinträchtigen das Sanierungsgebiet. In diesem Zusammen-hang ist deren Straßenraumgestaltung sowohl aus gestalterischer als auch funktionaler Betrachtung verbesserungswürdig. Insbesondere bezüglich des Straßenquerschnitts wird deutlich, dass Fuß- und Radwege nur unzureichend ausgestattet und größtenteils nicht barrierefrei sind. Gehwege sind in weiten Teilen trotz großen Verkehrsaufkommens sehr schmal bemessen und werden zudem durch verschiedene Hindernisse beeinträchtigt. Markierungen für Radfahrbereiche, wie beispielsweise Schutzstreifen, fehlen oftmals gänzlich. Darüber hinaus bedingt das große Angebot an Parkplätzen, dass das Stadtbild aufgebrochen wird und das Auto sehr dominant erscheint.

In diesem Zusammenhang wird ebenso deutlich, dass die übergeordneten Eingangssituationen nach Neuenhäusen nur schwer ablesbar sind. Die Gestaltung der Stadteingänge ist häufig durch städtebaulich wenig qualitätvolle, gewerbliche Strukturen charakterisiert. Die identitätsstiftende Prägung des Ortes wird dadurch benachteiligt. Vor allem die Eingangssituation über den Kreisverkehr an der Wiesenstraße präsentiert sie sich durch räumlich nicht gefasste Straßen und Brachflächen, sodass das wahrgenommene Stadtbild undefiniert und unvollständig wirkt.

Die fehlende städtebauliche Definition setzt sich über die Eingangssituationen auch an weiteren Stellen im Sanierungsgebiet fort. In diesem Zusammenhang sind kleinere Baulücken und insbesondere die drei Vertiefungsbereiche zu nennen. Die Flächen weisen deutliche gestalterische und funktionale Defizite auf und werden damit ihrer Lage im Stadtgefüge nicht gerecht. Die städtebauliche Neuordnung dieser Bereiche ist damit wesentliche Aufgabe, um die städtebaulichen und funktionalen Missstände in Neuenhäusen zu beheben.

Innerhalb der Nutzungsstruktur zeigen sich geringfügige Defizite bezüglich der Versorgungs- und Wohnqualität. Bezüglich der Nutzungsstruktur ist vor allem das Fehlen eines Treffpunktes zu nennen, der allen Nutzergruppen offensteht und das soziale Leben Neuenhäusens bündelt. Auch die teilweise vorhandenen Leerstände wirken sich, insbesondere an den prägenden Straßen und Plätzen, negativ auf die Nutzungsstruktur und das Stadtbild aus. So zeigen sich an einigen Stellen im Stadtteil durch Gewerbebetriebe ausgelöste Nutzungskonflikte, die die Wohnqualität und das Stadtbild negativ beeinflussen.

Dateien zum 1. Bürgerfroum des Sanierungsgebiets Neuenhäusens